Fotografie Allgemeine Bildbearbeitung
Collagentechnik - Erschaffen Sie neue Welten
Bei der Collagentechnik werden aus verschiedensten Fotos einzelne Bildelemente entnommen und mit diesen Puzzlestücken ein neues Werk erschaffen, das in der Form in der Realität nicht existiert hat oder sogar nicht existieren kann, wenn etwa Fabeltiere oder außerirdische Lebensformen zusammengestellt werden.
In der Kunst ist das ein alter Hut. Schon bei der »Papier colle« wurden Materialien wie Papier oder Holz eingesetzt.
Freistellen
Mit Photoshop sparen wir uns zwar den Klebstoff, nicht aber das Ausschneiden. Um nun eine Collage zu erstellen benötigen Sie also einige freigestellte Bildelemente. Hier soll exemplarisch eine düstere und geheimnisvolle Afrika-Landschaft entstehen. Dazu habe ich neben einigen weiteren Elementen auch diesen Elefanten freigestellt. Eine einfache und sichere methode ist der Weg über eine so genannte Ebenenmaske. Dazu wird die Hintergrundebene über »Ebene ↔ Neu ↔ Ebene durch Kopie« oder Strg+J dupliziert, dann die Hintergrundebene durch einen Klick auf das Auge in der Ebenenpalette ausgeblendet und über den Button »Ebenenmaske hinzufügen« in der Ebenenpalette oder »Ebenenmaske ↔ Alles einblenden« die Maske aktiviert, die als Maskenminiatur neben der Ebenenminiatur erscheint.

In dieser Maske bedeutet Schwarz unsichtbar und Weiß sichtbar. Wenn Sie also mit dem Buntstift-Werkzeug und schwarzer Vordergrundfarbe über das Bild malen, werden die Pixel auf Transparent gesetzt, also bestimmte Bereiche so behandelt, als ob die Ebenendeckkraft auf 0% eingestellt worden ist. Weiß steht demnach für eine Deckkraft von 100%, die Grauabstufungen dazwischen für Abstufungen in der Sichtbarkeit.

Solch eine Ebenenmaske hat einige Vorteile. Anders als beim Maskierungsmodus wird die Maske als Kanal mit der Datei abgespeichert. Außerdem können Sie keine Fehler machen, denn falls Sie einen Bereich mit Schwarz auf unsichtbar gesetzt haben, der eigentlich sichtbar bleiben sollte, dann können Sie diesen Ausrutscher mit weißer Farbe korrigieren.

Es hat sich bewährt, erst mit dem Buntstift, einer etwas größeren Pinselvorgabe und Schwarz als Vordergrundfarbe das Bild erst grob freizustellen, um sich dann um die Feinheiten zu kümmern. Das könnte erst mit einer kleineren Werkzeugspitze geschehen, dann mit dem Polygon-Lasso-Werkzeug. Dazu zoomen Sie mit der Lupe näher an das Onjekt heran und wählen die Kante aus und ein Stück vom Hintergrund, der gelöscht werden soll. Wurde Schwarz als Hintergrundfarbe definiert, reicht ein Klick auf die Entfernen-Taste, um die Pixel in der Auswahl unsichtbar werden zu lassen.

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Ist das Bildelement komplett freigestellt, optimieren Sie die Maske mit einen kleinen Trick. Dazu klickt man mit gedrückter Alt-Taste auf die Maskenminiatur in der Ebenenpalette, wodurch die Maske größer im Dokument dargestellt wird. Der »Weichzeichnungsfilter ↔ Gaußscher Weichzeichner«, wird darauf mit einem Radius von etwa 3 Pixel angewendet.

Der Übergang der entsteht, ist viel zu weich, weshalb wir ihn korrigieren. über »Bild ↔ Anpassungen ↔ Tonwertkorrektur« rufen Sie einen Dialog auf, in dem Sie die Tonwertspreizungsregler der Lichter und Tiefen bewegen, um die Maske zu verändern. So können Sie für saubere Kanten sorgen, wobei weichere übergänge das eingefügte Element besser mit dem Untergrund verbinden.

Einfügen
In diesem Beispiel soll nun der Elefant in eine schon fortgeschrittene Collage eingefügt werden. Die Ebene mit dem freigestellten Tier wird einfach per Drag & Drop über den neuen Hintergrund geschoben und dort positioniert. Da die Größe noch nicht stimmt, wird sie über »Bearbeiten ↔ Transformieren« oder Strg+T angepasst. Das kann von Hand geschehen oder über die numerische Eingabe in der Optionsleiste. Mit dem Verschieben-Werkzeug wird das Bildelement positioniert.

Nun ist es wichtig, die Schärfe, den Kontrast, die Farbstimmung und das Schattenspiel stimmig umzusetzen, damit der Elefant nicht wie ein Fremdkörper wirkt. Mit den Funktionen unter »Bild ↔ Anpassungen«, dort besonders die »Gradationskurven« und »Farbton/Sättigung«, passen Sie Farbe und Kontrast so an, dass sich das Bildelement einfügt. Die Schärfe kann über den »Scharfzeichnungsfilter ↔ Unscharf maskieren« geregelt werden, wobei der Radius auf 0,2 Pixel und der Schwellenwert auf 0 stehen sollte. über die Stärke wird die Umsetzung gesteuert.

Für die Schatten könnten Sie eine neue Ebene über »Ebene ↔ Neu ↔ Ebene« erstellen und die Füllmethode von »Normal« auf «Ineinanderkopieren (Überlagern)« ändern. Schwarze Farbe wirkt sich nun wie Schatten aus, Weiß dagegen wie Licht. Empfinden Sie den Effekt als zu kräftig, können Sie ihn leicht über die Ebenendeckkraft steuern. Damit aus verschiedensten Elementen anderer Fotos ein glaubwürdiges neues Bild entstehen kann, ist also neben dem sauberen Freistellen auch das Anpassen an die Umgebung wichtig. Ein kleiner Tipp noch zum Schluß: Das Bildelement wurde in einer Umgebung fotografiert, deren Farben sich auf das Motiv auswirken. Damit das Motiv die Farben des neuen Hintergrunds leicht widerspiegeln, kopieren sie diesen, legen ihn auf einer eigenen Ebene über dem Motiv ab und aktivieren eine Schnittmaske. Stellen Sie die Füllmerhode in der Ebenenpalette von »Normal« auf »Multiplizieren« um. Die Deckkraft steuert dann die Stärke des Effekts.
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Dirk Metzmacher
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