Störungen bekämpfen
Dfine – Rauschreduzierung in digitalen Fotografien
Je nach Lichtverhältnissen, den ISO-Einstellungen oder auch der Qualität des Bildsensors kann es bei Ihren Aufnahmen zu einem unerwünschten Rauschen kommen. Die Software Dfine ist nun der Spezialist zur Behebung dieser Störungen und bietet dazu mächtige Werkzeuge an.
Allgemein
Die Rauschreduzierung kann nicht nur generell über das ganze Bild angewendet werden, sondern auch selektiv. Das ist besonders dann interessant, wenn etwa nur die Schattenbereiche eine Störung aufweisen. Wichtig ist bei der Optimierung, dass alle Details und die Schärfe erhalten bleiben.
Start
Nach dem Start über Filter > Nik Software > Dfine zeigt sich die Benutzeroberfläche zweigeteilt. Aufder linken Seite die Vorschau mit einigen Optionen, auf der rechten Seite die Regler zur Rauschreduzierung.

Bildbereich
Die Vorschau zeigt im Bildbereich die Aufnahme, darüber einige Ansichtswerkzeuge. Dfine bietet drei Ansichtsformen an, mit deren Hilfe Sie eine Vorschau des Effekts der Rauschreduzierung Ihres Bildes auf der Benutzeroberfläche anzeigen lassen können. Die Einzelbildansicht ist voreingestellt.
In dieser Ansicht stellt die Software Ihre Aufnahme nach der Optimierung dar. Möchten Sie das Bild mit dem Original vergleichen, klicken Sie etwas weiter rechts auf das Häkchen der Vorschau.
Mit Vorschau unterteilen wird das Bild mit einer roten Trennlinie in zwei Hälften aufgeteilt. Auf der linken Seite sehen sie das unbehandelte Foto, auf der rechten Seite die Optimierung. Sie können das Bild mit dem Verschiebewerkzeug bewegen oder Sie verändern die Position der roten Linie durch Klicken und Ziehen. An der roten Linie ist ein kleiner Button angeordnet. Ein Klick darauf sorgt dafür, dass ein Wechsel zwischen vertikaler und horizontaler Aufteilung stattfindet.
Die letzte Methode, welche Dfine zur Überprüfung anbietet, ist die Anzeige Side-by-Side. Es werden in zwei Vorschaufenster aufgeteilt einmal das Original und einmal die Optimierung präsentiert. Die Vorschaufenster sind zum Zoomen und Verschieben miteinander verknüpft. Vergrößern Sie die eine Ansicht, wird auch die andere Vorschau mit angepasst. Dank Vorschau drehen können Sie auch hierbei zwischen vertikaler und horizontaler Anzeige wechseln.
Über Modi können Sie sich einzelne Kanäle, die Luminanz, Chrominanz oder auch Masken, wie etwa die Kontrast-Rauschmaske oder die Farb-Rauschmaske, anzeigen lassen.
Im Bildbereich können Sie auf der rechten Seite vier Werkzeuge entdecken. Das Auswahlwerkzeug dient der Interaktion, etwa mit den Messrechtecken oder den Kontrollpunkten. Das Zoomwerkzeug ermöglicht eine Vergrößerung der Vorschau. Halten Sie die Alt-Taste gedrückt, um das Plus- in ein Minus-Symbol zu verwandeln, um wieder herauszoomen zu können.
Das Verschiebewerkzeug sorgt dafür, dass ein Foto neu positioniert werden kann. Wenn Sie die Lupe verwenden, verwandelt sich der Mauszeiger stets in das Verschiebewerkzeug. Das letzte Werkzeug ist nicht direkt ein Werkzeug, passt es doch nur die Hintergrundfarbe mit drei verschiedenen Grautönungen an.
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In zwei Schritten zur Rauschreduzierung
Die Technik zur Rauschreduzierung in Dfine umfasst zwei Schritte: Messen und Reduzieren. Im ersten Schritt analysiert Dfine die Eigenschaften des Rauschens, dann folgt die Reduzierung, wobei es an Ihnen liegt, wie stark diese umgesetzt werden soll und an welchen Stellen.
Schritt 1: Messen
Entweder Sie lassen Dfine das Rauschen messen oder Sie nehmen diese Analyse manuell vor. Bei der Automatik drücken Sie nur den Button Rauschen messen und schon analysiert Dfine das komplette Bild, allerdings ohne auf fotografische Details einzugehen. Wenn die Messung abgeschlossen ist, platziert Dfine ein oder mehrere Messrechtecke auf die Bereiche, welche das stärkste Rauschen zeigen. An diesem Punkt können Sie mit dem Schritt Rauschreduzierung fortfahren.
Bei der manuellen Methode können Sie ein oder mehrere Rechtecke zur Messung von Hand einfügen. Dabei beachten Sie anders als der Automatismus auch den Bildinhalt, also die fotografischen Details. Nachdem Sie bei Methode: Manuell angegeben haben, klicken Sie auf den Button Rechteck hinzufügen.
Ziehen Sie dieses Rechteck in der Vorschau über einen bestimmten Bereich zu der Größe auf, an der das stärkste Rauschen zu sehen ist. Manchmal ist es sinnvoll, noch weitere Rechtecke im Bild anzulegen, um die Analyse weitaus genauer anzusetzen.
Achten Sie darauf, die Rechtecke an Stellen ohne Details zu platzieren. Das wäre etwa ein gleichmäßig klarer oder bedeckter Himmel, glatte, musterlose Wände oder andere ebene Oberflächen ohne Struktur. Sehr helle (beinahe weiße) oder sehr dunkle (beinahe schwarze) Bereiche sollten Sie dabei aussparen. Klicken Sie auf Rauschen messen, um den Vorgang abzuschließen.
Schritt 2: Rauschreduzierung
Klicken Sie nun auf den Button Vermindern. Sie sehen die Regler Kontrast-Rauschen und Farb-Rauschen. Das Kontrastrauschen wird auch Luminanzrauschen genannt. Sie können diese Art von Rauschen in großen, gleichmäßigen Bereichen, wie etwa in Ansichten des Himmels sehen. Dort tauchen oftmals dunklere und hellere kleine Fleckchen derselben Farbe auf, auch als Körnung bekannt.
Das Farbrauschen wird manchmal auch Chrominanzrauschen genannt. Hier sind es eher kleine rote, grüne und blaue Punkte. Farbrauschen macht sich am meisten in neutralen Objekten, wie Wolken, bemerkbar. Spielen Sie etwas mit diesen beiden Reglern, bis das Rauschen so gut wie möglich abgemildert wurde. Mit dem Bestätigen wird eine optimierte Version des Fotos auf einer eigenen Ebene abgelegt.
Möglichkeiten
Wenn Sie Photoshop öffnen, erscheint ein Auswahlwerkzeug-Fenster von Nik Software, worin alle installierten Plugins von Nik angeboten werden. Es ist so etwas wie eine Fernbedienung für die Nik Software-Produkte. Im Fall von Dfine werden spezielle Rauschen-Pinsel angeboten. Sieben Stück stehen zur Auswahl, wie etwa Skin, Background, Sky oder Shadows. Die Namen deuten es schon an: Jeder Pinsel wurde für eine spezielle Detailstruktur konzipiert.
Sehen Sie etwa die Störungen hauptsächlich in der Haut, so klicken Sie auf Skin, warten bis Dfine seine Arbeit erledigt hat, und malen mit dem Pinsel über die Haut, wodurch sowohl das Kontrast- als auch das Farbrauschen reduziert und dabei feine Strukturen bewahrt werden.
Oder liegt die Körnung eher in den Schattenbereichen, dann wählen Sie Shadow aus und malen mit dem diesem Pinsel über die dunkelsten Bereiche, wodurch das Chrominanzrauschen, das in Schattenflächen und wenig beleuchteten Bildbereichen auftreten kann, reduziert wird.
Es gibt auch innerhalb der Plugin-Oberfläche die Möglichkeit, punktgenau Rauschen zu entfernen. Klicken dazu unter Vermindern auf Kontrollpunkt hinzufügen und danach in das Foto. Sie können den Kontrollpunkt verschieben, seine Größe anpassen und mit den beiden untersten Reglern die Verminderung des Kontrast- und Farb-Rauschens steuern. Kontrollpunkte lassen sich auch kopieren oder wieder entfernen über die Button Duplizieren und Löschen.
Übrigens:Klicken Sie auf das etwas unscheinbare „Mehr“, so gewinnen Sie die Optionen Kantenerhaltung, womit Sie schwammige Kanten wieder härter abbilden können, den Punkt JPEG-Artefakte-Reduzierung und Debanding hinzu.
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Dirk Metzmacher
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