Fotografie Allgemeine Bildbearbeitung
Schwarz-Weiß-Umwandlung
Photoshop bietet Ihnen zahlreiche Wege zur Umwandlung eines Fotos in eine unbunte Variante an. Manche bieten sehr schnelle, doch leider auch flache und langweilige Ergebnisse, andere zahlreiche Einstellungsmöglichkeiten zur Optimierung des Bildes.
Wir zeigen Vor- und Nachteile auf und führen zum perfekten Schwarz-Weiß-Foto. Daneben zeigen ich noch eine Variante mit wenig Farbe, aber großer Wirkung.
Unbunt
Aktuelle digitale Kameras bieten zumeist schon eine Schwarz-Weiß-Funktion an, speichern also das entstandene Foto in Graustufen ab. Diese Funktionalität sollte aber nur bedingt eingesetzt werden. Mit einer Umwandlung von Farbbildern in Schwarz-Weiß-Fotos in der Bildbearbeitung Ihrer Wahl erreichen Sie bessere Resultate und die bunte Version steht Ihnen weiterhin zu Verfügung.
Sättigung verringern
Eine schnelle Umsetzung ermöglich der Befehl »Bild ↔ Anpassen ↔ Sättigung verringern«. Hier bleibt der Farbmodus erhalten und die Pixel in dem Bild bekommen den gleichen Rot-, Grün- und Blau-Wert, wie in der farbigen Aufnahme. Auch die Helligkeit des Pixels wird nicht verändert. Alternativ könnten Sie auch über »Bild ↔ Anpassen ↔ Farbton/Sättigung« den gleichen Effekt erzielen, wenn Sie im Dialog den Regler der Sättigung auf -100 setzen.

Bitte beachten Sie, dass sich in einer Datei mit mehreren Ebenen diese Befehle nur auf die aktivierte Ebene auswirken. Da es sich technisch gesehen noch um eine Farbdatei handelt, können Sie über »Bild ↔ Modus ↔ Graustufen« das Bild in eine Graustufenaufnahme umwandeln. Leider entstehen hierbei kontrastarme Fotos, die noch überarbeitet werden müssen. Wie sich diese Wege der Umwandlung auf die Farben auswirken, wird besonders bei den oben gezeigten Farbflächen deutlich. Kein Wunder, dass Schwarz-Weiß-Aufnahmen hierüber keine Tiefe erhalten.

Kanalmixer
Eine recht gängige Methode ist der Weg über den Kanalmixer, denn hier können Sie aktiv eingreifen. Fügen Sie über »Ebene ↔ Neue Einstellungsebene ↔ Kanalmixer« die Einstellungsebene »Kanalmixer« hinzu. In dem sich öffnenden Dialog aktivieren Sie die Checkbox »Monochrom« und setzen Rot etwa auf 30%, Grün auf 60% und Blau auf 10%. Beachten Sie, dass die Summe dieser Werte annähernd 100% ergeben sollte, um ein ausgewogenes Ergebnis zu erhalten. In der analogen Fotografie gab es verschiede Farbfilter, um bestimmte Farben heller oder dunkler darzustellen. Der Kanalmixer kann das simulieren. Reduzieren Sie alle Ebenen auf den Hintergrund und klicken Sie auf »Bild ↔ Modus ↔ Graustufen«, um ein echtes Schwarz-Weiß-Foto zu generieren.

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Lab-Modus
Eine weitere interessante Option ist der Lab-Modus. Nach einem Klick auf »Bild ↔ Modus ↔ Lab-Farbe« werden Sie feststellen, dass sich optisch zunächst nichts geändert hat, da Photoshop intern mit diesem Modus arbeitet. Wechseln Sie in die Kanäleansicht und selektieren sie den L-Kanal durch einen Klick auf »(Lab-)Helligkeit«. Im Dokument werden nur noch die Luminanzwerte angezeigt, die dem Bild ein helles und leichtes Erscheinungsbild verleihen. Klicken Sie auf »Bild ↔ Modus ↔ Graustufen« und bestätigen Sie, dass die anderen Kanäle verworfen werden. Übrigens könnte man auch im RGB-Modus zwei der drei Kanäle löschen, um eine schwarz-weiße Variante zu erhalten.

Schwarzweiß
Der Profi zur Generierung von Schwarz-Weiß-Fotos ist natürlich die Anpassung gleichen Namens, die Sie im Menü unter »Bild ↔ Anpassungen ↔ Schwarzweiß« aufrufen können. Eine Funktion, die auch als Einstellungsebene mit allen Vorteilen zur Verfügung steht. Klicken Sie auf »Auto«, um sich von Photoshop eine Umwandlung vorschlagen zu lassen oder wählen Sie aus dem Dropdown »Vorgabe« eine der zahlreichen Schwarz-Weiß-Presets aus.

Eine besondere Eingabeoption wird hier geboten, denn das Erscheinungsbild kann direkt im Foto geregelt werden, statt nur über die Schieberegler. Gehen Sie einfach über den Bereich, den Sie noch etwas anpassen möchten, halten Sie die Maustaste gedrückt und verschieben Sie den Mauszeiger nach rechts oder links. Die Regler im Dialogfenster bewegen sich wie von Geisterhand mit. Und um das Bild leicht zu kolorieren können Sie sich den Weg über »Bild ↔ Anpassungen ↔ Farbton/Sättigung« mit aktiviertem »Färben« sparen, denn »Schwarzweiß« bietet neben der reinen Schwarz-Weiß-Umwandlung noch den Bereich »Farbton« an. Haken Sie »Farbton« ab und stellen Sie die Regler Farbton und Sättigung nach eigenen Geschmack ein.

Schwarz-Weiß-Bilder haben eine besondere Anziehungskraft, dank der großen Seriosität und Ruhe, die sie ausstrahlen. Kein Wunder also, dass besonders Aktaufnahmen oftmals ohne Farbe auskommen müssen. Ein höherer Kontrast und vielleicht noch etwas Körnung können diesen Mangel ausgleichen. Klicken Sie im Menü auf »Bild ↔ Anpassungen ↔ Gradationskurven« und setzen Sie einen Punkt in die Mitte des Graphen. Einen zweiten Punkt setzen Sie weiter unten links, mit dem Sie eine leichte S-Kurve formen. So wird der Kontrast gestärkt. Die Körnung wird über den »Filter ↔ Rauschfilter ↔ Rauschen hinzufügen« simuliert, wo »Monochromatisch« abgehakt wird.
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Jan Metzmacher
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