Bildbearbeitung - Photoshop Erweiterungen - Anwendungsbeispiele
Kreative Korrekturen mit iCorrect Portrait
Der Profi zur Farbkorrektur erlaubt nicht nur unkomplizierte Bildoptimierungen auf Knopfdruck, sondern kann auch für Kreativtechniken eingesetzt werden. Wir zeigen Ihnen Beispiele zur Inspiration.
Augenkontrast erhöhen
Der Farb- und Kontrastprofi kann auch dabei helfen, den Augenkontrast zu erhöhen. Um die Struktur der Iris zu verstärken, wählen Sie diese zunächst aus. Vergrößern Sie dazu den Bildausschnitt mit dem Zoomwerkzeug und nutzen Sie das Schnellauswahlwerkzeug, um die Regenbogenhaut auszuwählen. In der Optionsleiste wählen Sie die Pinselauswahl an und stellen die Größe des Pinsels auf etwa 3 Pixel ein.
Wählt Photoshop Bereiche aus, die nicht zur Iris gehören, so halten Sie für den Moment die Alt-Taste gedrückt. Dadurch wird das Werkzeug für den Moment so umgestellt, dass von der Selektion Abschnitte subtrahiert werden können. Diese Schritte wiederholen Sie auch für das zweite Auge.
Nachdem Sie bei beiden Augen die Pupille ausgespart haben, so dass die Auswahl diese nicht mehr erfasst, drücken Sie Strg+J auf der Tastatur oder gehen im Menü auf Ebene > Neu > Ebene durch Kopie, um den Inhalt der Selektion auf eine eigene Ebene zu bringen. Sie können den Namen der Ebene durch einen Doppelklick und die Eingabe über die Tastatur leicht ändern, und etwa „Augenfarbe" nennen.
Rufen Sie nun über Filter > PictoColor > iCorrect Portrait auf. Halten Sie die Alt-Taste gedrückt, um in der Vorschau mit dem Lupenwerkzeug den Ausschnitt zu vergrößern. Aktivieren Sie Auto Schwarzpunkt und Auto Weißpunkt. Senken Sie die Helligkeit mit einem Klick um -5 Punkte und erhöhen Sie den Kontrast auf +10. Wählen Sie nun das erste Farbprofil an und klicken Sie in die Regenbogenhaut.
Aktivieren Sie Schärfen und Rauschen und klicken Sie auf die Schaltfläche Setup.
Stellen Sie die Vergrößerung auf etwa 400% ein und bestimmen Sie den Ausschnitt so, dass ein Auge komplett zu sehen ist. Spielen Sie mit den Werten bei der Stärke der Schärfung sowie bei der roten und blauen Chrominanz. Sind Sie zufrieden, bestätigen Sie den Vorgang mit OK. Ändern Sie, zurück in Photoshop, noch die Füllmethode der Ebene von Normal auf Luminanz ab. So wird nur die Form, nicht aber die Farbe des Ursprungsbildes verändert. Über die Ebenendeckkraft steuern Sie die generelle Stärke der Kontraststeigerung.
Der Orton-Effekt
Michael Orton hat sich diesen Effekt ausgedacht. Beim Orton-Effekt werden eine scharfe und eine unscharfe Version eines Bildes miteinander verrechnet.
Eine Aufnahme wird in Photoshop geöffnet und die Hintergrundebene über Strg+J oder Ebene > Neu > Ebene durch Kopie dupliziert.
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Klicken Sie auf Bild > Bildberechnungen und geben Sie bei der Füllmethode Negativ multiplizieren an. Bestätigen Sie mit OK und kopieren Sie die aktuelle Ebene, etwa wieder über Strg+J.
Wenden Sie den Filter > Weichzeichnungsfilter > Gaußscher Weichzeichner mit einem Radius von etwa 10 bis 15 Pixel an.
Ändern Sie die Füllmethode dieser Ebene auf Multiplizieren ab. Um nun die Helligkeit und den Kontrast zu steuern und der Weichheit etwas entgegen zu wirken, klicken Sie im Menü auf Filter > PictoColor > iCorrect Portrait.
Aktivieren Sie zunächst die automatisierten Funktionen zum Schwarz- und Weißpunkt setzen. Erhöhen Sie die Helligkeit auf +15 und den Kontrast auf +10.
Wählen Sie das erste Profil aus und klicken Sie in das Bild, bis Sie mit dem Farbeffekt zufrieden sind. Bestätigen Sie mit OK und reduzieren Sie bei Bedarf die Ebenendeckkraft, um den Effekt abzuschwächen. Es entsteht ein fast illustrativer Effekt.
Hautretusche mit iCorrect Portrait
Die Hautretusche in Photoshop verläuft fast immer gleich ab. Mit den Reparatur-Pinseln oder dem Ausbessern-Werkzeug werden zunächst die groben Fehler, wie etwa kleine Narben oder Muttermale, ausgebessert und Falten abgeschwächt. Dann wird vielleicht noch die Haut abgepudert. Dazu könnten Sie den Kopierstempel einsetzen.
Erstellen Sie eine neue Ebene über Ebene > Neu > Ebene oder Umschalt+Strg+N und stellen Sie in der Optionsleiste die Größe der Werkzeugspitze auf etwa 30 Pixel ein. Je nach Bildgröße variiert dieser Wert. Ändern Sie Aufnehmen von Aktuelle Ebene auf Alle Ebenen ab und reduzieren Sie die Deckkraft auf etwa 10% bis 15%.
Definieren Sie mit gedrückter Alt-Taste einen ersten Aufnahmepunkt auf der Haut. In der Nähe dieses Bereiches fangen Sie dann mit dem Abpudern an, wobei Sie immer wieder neue Aufnahmepunkte definieren. Nach und nach wird so die Haut abgepudert, wobei die Hautstruktur weich kopiert wird. Reduzieren Sie die Ebenendeckkraft, falls Sie die Umsetzung etwas abschwächen möchten.
Wurden alle Fehler entfernt und die Haut abgepudert, so kommt es recht häufig vor, dass die Haut trotz der Optimierungen einfach noch nicht schön aussieht. Das liegt zumeist an der allgemeinen Hauttönung. Mit iCorrect Portrait haben Sie den Profi schlechthin zur Hand, um mit wenigen Klicks die Hautfarbe zu optimieren.
Drücken Sie Strg+E auf der Tastatur, um die Ebene mit der abgepuderten Haut mit der darunter liegenden Ebene auf eine Ebene zu reduzieren. Öffnen Sie die Erweiterung über das Menü und Filter > PictoColor > iCorrect Portrait und aktivieren Sie das Profil für die Hauttöne. Wählen Sie verschiedene Bereiche auf der Haut an.
Klicken Sie auf die Schaltfläche Farben ändern/neu und stellen Sie Hue, für den Farbton, Chroma, für den Grad der Sättigung sowie dHue, für eine Variation zwischen den dunklen und hellen Tönen, nach eigenem Geschmack ein. Nutzen Sie dazu die visuelle Eingabe, wobei die Änderungen in der Vorschau erst übernommen werden, sobald Sie die Maustaste lösen. Sind Sie mit dem Ergebnis zufrieden, so bestätigen Sie die Eingabe über Sichern. Sie könnten jetzt noch das Rauschen reduzieren oder das Bild schärfen. Die Schaltfläche Setup führt dabei wieder zu den Einstellungsmöglichkeiten. Bestätigen Sie mit OK.
Kleiner Tipp: Möchten Sie eine weitere Kontrolle über die Haut haben, so wählen Sie diese zuvor mit dem Schnellauswahlwerkzeug aus, womit Sie einfach über die Haut malen. Bereiche der Haut, die Sie von dieser Selektion ausschließen möchten, übermalen Sie mit gedrückter Alt-Taste. Gehen Sie im Menü auf Auswahl > Auswahl verändern > Weiche Kante oder Alt+Strg+D und stellen Sie den Radius auf etwa 15 Pixel ein. Kopieren Sie den Inhalt der Selektion über Strg+J. Folgen Sie nun den Schritten wie zuvor beschrieben, um den Hautton einzustellen. Sie haben danach die Möglichkeit, über die Ebenendeckkraft oder die Füllmethode das Ergebnis zu steuern.
iCorrect Portrait nicht-destruktiv anwenden
Damit Sie gemachte Einstellungen in der Erweiterung jederzeit editieren können, sollten Sie den Filter nicht-destruktiv anwenden.
Dazu müssen Sie die Ebene zunächst in ein Smart-Objekt umwandeln. Sie könnten etwa ihr Bild gleich unter der Voraussetzung öffnen, etwa über Datei > Als Smart-Objekt öffnen. Bei einem geöffneten Dokument klicken Sie dagegen im Menü auf Filter > Für Smartfilter konvertieren oder aber Sie klicken mit der rechten Maustaste in die Ebene im Ebenenbedienfeld und wählen aus der Liste In Smart-Objekt konvertieren aus.
Der Ebenenminiatur wird ein kleines Symbol in einer der Ecken angefügt. Dieses zeigt an, dass es sich um ein Smart-Objekt handelt. Wenn Sie nun den Filter > PictoColor > iCorrect Portrait anwenden, nehmen Sie zunächst alle Einstellungen nach eigenen Geschmack vor. Nach dem Bestätigen über die Schaltfläche OK wird der Filter als Smartfilter in dem Ebenenbedienfeld abgelegt.
Ein Doppelklick auf den Filternamen ruft erneut das Dialogfenster von iCorrect Portrait auf. Sie können also die gemachten Einstellungen jederzeit editieren und optimieren. Neben dem Filternamen sehen Sie ein Icon, das nach einem Doppelklick zu den Optionen der Filter-Füllmethoden führt. In diesem Fenster können Sie die Füllmethode und die Deckkraft des Filters einstellen.
Fazit:
iCorrect Portrait wurde zur einfachen „Point-and-Click"-Korrektur entworfen. Schnell sind damit der Weißabgleich und die perfekte Belichtungseinstellung für den optimalen Kontrast erledigt. Doch gerade im Zusammenspiel mit den anderen Funktionen, die Photoshop Ihnen bietet, spielt die Software weitere Stärken aus. Die hier vorgestellten Beispiele zur Verstärkung des Augenkontrastes, zur Umsetzung des Orton-Effekts oder zur Hautretusche sind natürlich nur exemplarisch und sollen als ein kleiner Blick über den Tellerrand angesehen werden. Experimentieren Sie mit dieser Erweiterung. Es wird sich lohnen!
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Dirk Metzmacher
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