Bildbearbeitung - Photoshop - Effekte
Retro-Fotos mit Photoshop: Aus neu wird alt
Schwarz-Weiß-Bilder haben Flair, vermitteln aber noch nicht den nostalgischen Look wirklich alter Fotoaufnahmen. Wenden Sie nur ein paar Bearbeitungsschritte mehr an, und Sie haben Bilder wie aus Opas Zeiten.
[1] Tonwerte clippen
Echte Aufnahmen aus alten Zeiten hatten einfach nicht die technische Qualität in Bezug auf den Tonwertumfang. Alte Fotografien wirken daher immer sehr flau und blass.
Nehmen Sie als Ausgangsmaterial ein beliebiges Graustufenbild oder ein desaturiertes Farbbild.
Clippen Sie den Bereich der Tiefen mit der Tonwertkorrektur um ca. ein Viertel bis ein Drittel.
Wichtig ist, dass Sie die Einstellung am unteren Balken vornehmen.
Mit dem grauen Mittelton-Regler können Sie die Tonwerte verlagern und die Helligkeit anheben.
[2] Luminanzwerte auswählen
Alte Fotos wurden noch auf echtem Barytpapier abgezogen. Das Papier hat sich dann im Laufe der Zeit gelblich verfärbt.
Das Simulieren des Papiergilbs ist der nächste Schritt.
Am einfachsten ist es, wenn man eine Ebene über dem Bild erstellt und sie mit Farbe füllt.
Damit die Lichter anders als die Tiefen im Foto eingefärbt werden, erstellen Sie zuvor eine Helligkeitsauswahl.
Klicken Sie dafür im Bedienfeld Kanäle mit gedrückter [cmd]- (Mac) oder [Strg]-Taste (PC) auf das RGB-Symbol. Sie erhalten, abhängig von den Helligkeitswerten im Bild, eine Auswahl.
[3] Farbstich hinzufügen
Mit der aktiven Luminanzauswahl erstellen Sie im Bedienfeld Ebenen eine neue Volltonfarbe-Einstellungsebene.
Wenn Sie sich vor lauter Farben nicht entscheiden können, reduzieren Sie die Farbauswahl im Farbwähler auf 256 Farben, indem Sie Nur Webfarben anzeigen aktivieren.
In diesem Beispiel wurde der Hexadezimalfarbwert #cc9933 angegeben. Bestätigen Sie Ihre Farbwahl mit OK, und Sie fi nden im Bedienfeld Ebenen eine neue Ebene - ein Farbfeld verkettet mit einem Maskensymbol.
Tipp: Mit einem Doppelklick auf das Farbfeld öffnen Sie den Farbwähler erneut. Mit Anklicken der Maske und gedrückter [Alt]- Taste wird die Maskierung dargestellt und wieder geschlossen.
Reduzieren Sie die Deckkraft der Ebene auf ungefähr 30 bis 50 %.
Die Luminanzmaske kann schnell mit dem Bedienfeld Masken etwas angepasst werden. Um die Tonwerte noch leicht zu verstärken, versuchen Sie die Füllmethode Multiplizieren. Experimentieren Sie so lange, bis Sie genau die gewünschten warmgelben Farbtöne erhalten.
[4] Silberkorn vortäuschen
Um das Silberkorn alter Schwarz-Weiß-Vergrößerungen vorzutäuschen, fügen Sie mit dem Filter Rauschen hinzufügen einfach ein paar Störungen in das Bild ein.
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Damit diese Einstellung eventuell nachgeregelt werden kann, konvertieren Sie die Bildebene zuvor in ein Smart-Objekt.
Echtes Silberkorn ist allerdings nicht in allenHelligkeitsbereichen gleich verteilt.
Die Körnung ist in den Mitteltönen stärker, jedoch weniger in den Tiefen und Lichtern, und es ist um einiges größer als das von Photoshop generierte Rauschen.
[5] Faltenrisse
Alte Fotos haben viel erlebt, sind vielleicht durch etliche Hände gegangen und auch selbst schon Geschichte.
In den nachfolgenden Schritten wird erklärt, wie Sie einen Riss oder einen Papierknick schnell digital nachstellen können.
Ziehen Sie mit dem Auswahlrechteck-Werkzeug einen schmalen Bereich auf. Innerhalb dieses Bereichs wird der Riss erstellt, natürlich auf einer eigenen neuen Ebene.
[6] Auswahl füllen
Füllen Sie die Auswahl mit einem linearen Verlauf. Die Verlaufsrichtung ist nicht so wichtig.
Die Standardfarben Schwarz und Weiß erhalten Sie im Farbwähler mit Drücken der Taste [D].
Für eine gerade Verlaufsausrichtung halten Sie die [Umschalt]-Taste beim Aufziehen gedrückt.
Lassen Sie nun aus dem Menü Renderfi lter/Differenz-Wolken über die Verlaufsfläche laufen.
Durch wiederholtes Anwenden des Filters errechnet Photoshop immer wieder neue Zufallsergebnisse.
Für einen weißen Riss invertieren Sie das Ergebnis des Filters und stellen die Füllmethode der Ebene von Normal auf Negativ multiplizieren um.
[7] Tonwerte anpassen
Damit lediglich der schmale Faltenknick oder Riss auf dem Bild zu erkennen bleibt, brauchen Sie nur noch die Tonwerte entsprechend anzupassen.
Über das Bedienfeld Korrekturen öffnen Sie die Tonwertkorrektur.
Die Einstellungsebene wird automatisch im Bedienfeld Ebenen generiert und sollte theoretisch direkt oberhalb der Ebene mit dem Riss liegen.
Wenn Sie jetzt Korrekturen an den Tonwerten vornehmen, wirken sich diese auf alle unterhalb liegenden Ebenen aus.
Es soll aber nur die Rissebene angepasst werden. Klicken Sie auf das Doppelkreissymbol im Bedienfeld Korrekturen, und jetzt werden sich die Änderungen lediglich auf die eine direkt darunterliegende Ebene beziehen.
Je weiter Sie den schwarzen Tonwertregler nach rechts ziehen, desto besser wird die Risskante akzentuiert.
[8] Positionieren und transformieren
Bewegen Sie Ihre Risskante an die gewünschte Stelle im Bild.
Bevor Sie aber eine Größenanpassung mittels Transformieren vornehmen, wandeln Sie die Ebenen in ein Smart-Objekt um.
So können Sie eine Skalierung beliebig oft ohne Qualitätsverlust vornehmen.
[9] Riss definieren
Der zweite Vorteil der Smart-Objekt-Ebene ist, dass die Filteranwendungen gespeichert und nachreguliert werden können.
Um die Breite der Risskante zu definieren, wenden Sie den Unscharfmaskierungsfilter an.
Stellen Sie den Regler Schwellenwert auf 0 Stufen und wählen Sie einen hohen Radius von 40 Pixeln und eine schwache Stärke von 8 %.
Mit dem Radius bestimmen Sie übrigens die Breite des Risses.
Wenn Sie die Rissebene unter die Farbfüllungsebene verschieben, wirkt sich auch hier die Tonung aus.
[10] Bilderrahmen anlegen
Viele alte Fotos haben einen weißen Rand. Diesen zu erstellen, zeigen die letzten Schritte in diesem Workshop auf.
Wechseln Sie in das Bedienfeld Kanäle und erstellen Sie einen neuen Alphakanal.
Definieren Sie einen rechteckigen Auswahlbereich und füllen Sie diesen mit Weiß.
Zur Darstellung einer ausgefressenen Bildkante wenden Sie auf den Kantenbereich aus dem Menü Vergröberungsfilter/Kristallisieren an und deaktivieren die Auswahl wieder.
[11] Kanten kristallisieren
Der Filter Kristallisieren errechnet eine unregelmäßige Kante am Übergang von Schwarz nach Weiß.
Mit der Zellengröße geben Sie die Vergröberung vor. Realistisch wirkt ein Wert unter 30.
[12] Tiefen aufhellen
Entstehen durch das Kristallisieren graue Kantenbereiche, erreichen Sie mit Bild/Korrekturen/ Schwellenwert eine einheitliche Schwarz-Weiß-Färbung.
Diese wunderbare Kantenform im Alphakanal muss jetzt nur noch der Bildebene zugewiesen werden und als Maske dienen.
Halten Sie die [Strg]- oder [cmd]-Taste gedrückt und klicken Sie auf das Ebenensymbol des Alphakanals.
Als Alternative, um eine Auswahl zu erhalten, können Sie auch das Punktkreissymbol in der Statuszeile des Kanäle-Bedienfelds anklicken.
Wechseln Sie in das Bedienfeld Ebenen und weisen Sie der Smart-Objekt-Bildebene eine Ebenenmaske zu.
Alle schwarzen Bereiche werden nun ausgeblendet.
So weit, so gut. Leider kann man jetzt aber auch den nackten Hintergrund sehen. Nicht so gut.
[13] Hintergrund einbeziehen
Solch einen neuen Hintergrund einzufügen ist eine leichte Übung: einfach eine neue Ebene erstellen, mit Weiß füllen und an unterster Stelle im Ebenenstapel platzieren.
Natürlich könnte man auch eine neue Einstellungsebene des Typs Volltonfarbe mit hellgoldbraungelbem Papierfarbverlauf definieren.
[14] Randkantenskalierung
Wenn Sie die Kristallrandmaske nachträglich in der Größe anpassen wollen, beachten Sie, dass - neu in Photoshop CS4 - die Smart-Objekt-Ebene mit der Maske verkettet ist.
Möchten Sie die Skalierung nur auf die Maske anwenden, heben Sie zuvor die Verkettung auf und markieren das Maskensymbol.
Eine Skalierung würde jetzt nur die Maske tangieren.
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