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Fotografie - Grundlagen - Bildaufbau
Der perfekte Bildaufbau
„Wenn dein Bild nicht gut genug ist, warst du nicht nah genug dran." Dieser Spruch von Robert Capa ist von Millionen Fotografen seitdem missverstanden worden, die nun mit langem Zoom durch die Gegend stiefeln oder den bedauernswerten Opfern die Weitwinkelboliden vor die Nase halten.
Capa war Leica-Fotograf und verwendete keine Zooms - sie waren noch nicht erfunden. Für die Leica gab es gerade ein halbes Dutzend Objektive mit teils zweifelhaftem Nutzwert - entweder kratzempfindlich wie das Summar 50mm f/2,0 oder bei den damaligen Filmempfindlichkeiten (üblich waren ISO 25) absurd lichtschwache Fernobjektive wie das 6,3/105 Berg-Elmar. Ob Zoom, Weitwinkel oder Normalbrennweite - der richtige Bildaufbau ist der entscheidende Faktor für die Aussage eines jeden Fotos.
Capa fotografierte mit Normalbrennweiten und war mitten im Geschehen, anders als andere Kriegsberichterstatter, die weit hinten aus der Deckung knipsten und deshalb nur die üblichen Suchbilder zustande brachten - nach dem Motto: „Der Punkt da links hinten, das ist der angreifende Panzer." Capa hatte mit dieser Technik lange Glück - bis 1954. Viele Kriegsberichterstatter sind ihm mittlerweile auf die eine oder andere Weise gefolgt.
Sein Spruch wird mittlerweile anders interpretiert: Beschäftige dich mit deinem Motiv, sei Teil davon, verstehe es, beziehe Position zu deinem Motiv. Auch das hat Capa getan. Und das ist sicher eine gute Interpretation. Bilder können jedoch nicht nur politisch relevant, sie können auch von dokumentarischem Wert sein.
Sie können Werbezwecken dienen - oder auch einfach nur schön sein. Es ist Ihre Entscheidung, welches Bild Sie heute machen wollen. Machen Sie es aber bewusst.
Bildein- und -ausgang
Wir lesen von links nach rechts und von oben nach unten, und auch Bilder werden in dieser Richtung gelesen. Das bedeutet, der Bildeingang befindet sich links oben,der Bildausgang rechts unten. Wenn Sie die Leserichtung des Bildbetrachters nicht stören, wird er genau diese Richtung nehmen. Leider gilt auch hier: keine Regel ohne Ausnahme. Viele Linkshänder gehen von rechts oben in ein Bild hinein.
Bildzentrum
Bei der eher spontanen Wahrnehmung eines Bilds geht der Mensch von außen nach innen vor. Zuerst wird das Bild als solches erkannt, dann geht das Auge auf die Suche nach bekannten Strukturen im Bild.
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