Bildbearbeitung - RAW - Tipps
Silkypix Experten-Tipps II - Demosaik-Schärfe und Bildqualität
Mithilfe von SILKYPIX können Sie die Demosaik-Schärfe Ihrer Digitalkamera-Aufnahmen verbessern. Erhöhen Sie den Wert der Demosaik-Schärfe, steigt die Auflösung. Allerdings dauert der Entwicklungsprozess ein wenig länger. Senken Sie den Wert der Demosaik-Schärfe, wird die Auflösung geringer.Im Gegenzug läuft der Entwicklungsprozess schneller ab.
In der Praxis als ideal hat sich der Wert 80 erwiesen, da Sie damit gute Ergebnisse erzielen, ohne die Dauer des Entwicklungsprozesses über Gebühr zu erhöhen.
Im Zusammenhang mit der Demosaik-Schärfe ist zu beachten, dass dabei auch ein eventuell vorhandenes Rauschen verstärkt wird.
In solchen Fällen müssen Sie den Wert der Demosaik-Schärfe verringern.
Übersättigung minimieren
Fotografieren Sie ein Objekt mit sehr hoher Sättigung, zum Beispiel Blumen, erscheint die Farbe in Bereichen mit sehr hoher Helligkeit als Weiß. Diesen Effekt bezeichnet man als Übersättigung. Wie Sie diesem Phänomen vorbeugen, lesen Sie in diesem Abschnitt.
Gründe für die Übersättigung
Zunächst muss die Frage geklärt werden, was für die Übersättigung verantwortlich ist. Ist die Oberfläche eines Objekts glatt, reflektiert sie das Licht, sodass diese Bereiche oftmals in Weiß dargestellt werden. Dabei handelt es sich aber nicht um eine Übersättigung.
Eine Übersättigung tritt dann ein, wenn ein Teil eines Objekts, der vom menschlichen Auge rot wahrgenommen wird, von der Kamera tatsächlich weiß aufgezeichnet wurde. Verantwortlich dafür ist der Sensor, der die ankommende Lichtmenge nicht mehr verarbeiten kann. Im Bereich der digitalen Bildbearbeitung (Fotodruck, Monitor usw.) ist der darstellbare Helligkeitswert ebenfalls begrenzt.
Dieser maximal mögliche Helligkeitswert nimmt mit zunehmender Sättigung des Objekts ab.
Ein Monitor berechnet die Farben anhand der jeweiligen RGB-Werte, die wiederum auf der Helligkeit basieren. Davon ausgehend, lässt sich feststellen, dass der Helligkeitswert eines roten Pixels bei R=0 am geringsten und bei R=255 am höchsten ist. Die vom menschlichen Auge wahrgenommene Helligkeit setzt sich aus der Summe der Helligkeitswerte der Farbkanäle R, G und B zusammen.
Die Farbe Weiß basiert somit darauf, dass R, G und B den gleichen Helligkeitswert ausweisen. Anders ausgedrückt: Die Kombination aus R=100, G=100 und B=100 lässt eine Farbe für das menschliche Auge weiß erscheinen. Im Umkehrschluss führt das dazu, dass die Farbe Weiß auf verschiedene Weisen dargestellt werden kann. Die Spanne reicht von R=0, G=0, B=0 bis hin zu R=255, G=255, B=255. Bezogen auf die umgewandelten Helligkeitswerte ergibt das eine Spanne von 0 bis 765 (=0+0+0 bis 255+255+255).
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Lassen Sie uns nun einen Blick auf die Farbe Rosa werfen. Diese zeichnet sich dadurch aus, dass der R-Wert höher ist als die G- und B-Werte, zum Beispiel R=200, G=100 und B=100. Wie Sie sehen, sind G und B nur halb so groß wie R. Wird dieses Verhältnis beibehalten, sieht es aus, als handele es sich um genau dieselbe Farbe.
Im Falle einer dunkleren Rottönung lauten die Werte: R=100, G=50 und B=50. Nimmt die Helligkeit zu, erhöhen sich die Werte auf R=200, G=100 und B=100. Maximal lassen sich diese Werte auf R=254, G=127 und B=127 steigern. Und was passiert, wenn man die Werte noch weiter erhöht? Dieser Theorie folgend, würden sich die Werte auf R=300, G=150 und B=150 erhöhen.
Da aber R=300 in der Realität nicht dargestellt werden kann, steigt der R-Anteil auf den maximal möglichen Wert von R=255. Die Folge ist R=255, G=150 und B=150. Würde man diese Werte ein weiteres Mal verdoppeln, ergäbe das R=510, G=300 und B=300, was in der Praxis zu R=255, G=255 und B=255 führt - die RGB-Werte für Weiß!
Im Falle des in diesem Beispiel aufgeführten Rot-Tons sind die maximal möglichen Werte, bei denen sich der Farbton nicht ändert: R=254, G=127 und B=127, sodass die vom menschlichen Auge maximal wahrgenommene Helligkeit 508 (=254+127+127) beträgt. Dies bedeutet, dass ungeachtet der Tatsache, dass der Helligkeitswert von Weiß bis zu 765 reicht, die Helligkeit dieses Rot-Tons maximal 508 erreichen kann.
Und wie verhält es sich mit einem dunkleren Rot-Ton? Gehen wir von den Werten R=200, G=50 und B=50 aus, wird die maximale Helligkeit von R=252, G=63 und B=63 definiert. Dies bedeutet, dass die maximale Helligkeit 378 (=252+63+ 63) beträgt.
Somit lässt sich feststellen, dass die Zunahme der Farbsättigung zu einer Minderung der darstellbaren Helligkeit führt. Ist also der Belichtungsausgleich auf ein Objekt mit helleren Farben abgestimmt, führt dies dazu, dass Bildbereiche mit dunkleren Objekten übersättigt wirken.
Methode 1
Um die Übersättigung zu minimieren, können Sie die Einstellung Belichtungsausgleich anpassen. Da die Übersättigung durch die Anpassung der Belichtung an eine hellere Farbe entsteht, können Sie diesen Effekt relativ einfach durch die Anpassung des Belichtungsausgleichs eliminieren. Dabei kann es allerdings vorkommen, dass Objekte mit helleren Farben zu dunkel dargestellt werden.
Methode 2
Um die Übersättigung zu minimieren, können Sie die Einstellung Sättigung im Bereich Farbe anpassen.
Eine geringere Sättigung erlaubt höhere Helligkeitswerte, sodass Sie den Übersättigungseffekt durch eine Verringerung der Sättigung eliminieren können.
Das kann allerdings dazu führen, dass die Farben der anderen Bildbereiche sehr hell werden, da auch die Sättigung dieser Bereichereduziert wird.
Methode 3
SILKYPIX ist mit einer Funktion ausgestattet, die RGB-Helligkeitsangaben, die sich außerhalb der definierten Spanne befinden, automatisch auf die entsprechenden Werte umrechnet.
Gehen wir in diesem Beispiel von dem im vorigen Abschnitt definierten Helligkeitswert R=300, G=150 und B=150 aus. Intern arbeitet SILKYPIX mit einem Farbraum, der ein deutlich breiteres Spektrum abdeckt, als dies der „normale" Farbraum erlaubt. Somit arbeitet die Software nicht mit den „bereinigten" Angaben R=155, G=150 und B=150, sondern nutzt zur Berechnung tatsächlich R=300, G=150 und B=150.
Erst bei der Ausgabe wandelt SILKYPIX die internen Werte in „bereinigte" Angaben um (maximal R=255, G=255 und B=255).
Beschränkt die Software lediglich den R-Wert auf 255, stimmen die Verhältnisse von Farbton, Sättigung und Helligkeit nicht mehr. In diesem Fall würde die Helligkeit 555 (255+150+150) betragen, SILKYPIX arbeitet intern aber mit dem Helligkeitswert 600 (300+150+150).
Geben Sie jedoch im Dialog Feineinstellung Lichter an, dass die Helligkeit im Vordergrund stehen soll, hat die Helligkeit von 600 für SILKYPIX die höchste Priorität bei der Bereinigung der RGBWerte.
In diesem Fall würde SILKYPIX die gewünschte Helligkeit mittels R=255, G=173 und B=172 darstellen, sodass der Helligkeitswert 600 erhalten bleibt.
Der Nachteil ist, dass dies zu einer Übersättigung führt. Geben Sie im Dialog Feineinstellung Lichter an, dass die Helligkeit die kleinste Priorität hat, stellt SILKYPIX bei der Bereinigung der Werte die Farbe in den Vordergrund. Der Schieberegler Buntheit - Brillanz steht in der Standardeinstellung auf 255.
Durch eine Verringerung können Sie den Übersättigungseffekt minimieren.
Methode 4
Um die Übersättigung in bestimmten Bildbereichen zu minimieren, können Sie die Einstellung Feineinstellung Lichter anpassen. Allerdings reicht diese Funktion nicht aus, um den Übersättigungseffekt komplett zu entfernen.
Das Werkzeug Feineinstellung Farbe stellt Ihnen wesentlich effektivere Werkzeuge zur Verfügung. Das zu Grunde liegende Prinzip basiert darauf, Sättigung und Helligkeit der für die Übersättigung verantwortlichen Farbe zu minimieren. Dies erlaubt es Ihnen, den Übersättigungseffekt zu minimieren, ohne dass dabei die Helligkeit weißer Bildbereiche sinkt.
Methode 5
Die Funktion Dynamikbereich erlaubt es Ihnen, den Übersättigungseffekt durch die Komprimierung der Gradation in hellen Bildbereichen zuminimieren.
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Karl Obermayr
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