Photoshop für Aktfotografen
Akt-Shooting unter freiem Himmel
Es gibt kein schlechtes Wetter, nur ungeeignete Kleidung. Diese unter Allwettersportlern oft gehörte Weisheit trifft auf die Aktfotografie nicht ganz zu. Denn erstens haben Aktmodelle ja in der Regel recht wenig an, außerdem liefert nicht jedes Wetter gutes Licht zum Fotografieren.
Wo und wann Sie im Freien arbeiten, hat großen Einfluss auf Ihre Aufnahmen. Jede Jahreszeit, jede Tageszeit und jedes Wetter hat seine eigene Charakteristik, die man auf den Bildern durchaus erkennen kann. Fotos im Frühling und Herbst zeigen eher sanfte, verträumte Licht-Schatten-Spiele, die hochstehende Sonne im Sommer erzeugt harte Schatten. Und im Winter unter einem wolkenverhangenen Himmel sehen Welt und Model wie in Blei gegossen aus.
In der Öffentlichkeit
Wer draußen unbekleidete Menschen fotografiert, muss meistens mit unerwünschten Zuschauern rechnen. Es gibt mehrere Möglichkeiten, sich und sein Model vor Gaffern zu schützen. Abgelegene Locations, die üblicherweise nicht von Fußgängern besucht werden, sind für den Anfang sicher die beste Wahl.
So kann man sich ganz auf seine Arbeit konzentrieren und muss nicht ständig fürchten, gestört zu werden. Außerdem können Sie so früh und spät wie möglich mit dem Shooting beginnen. Wenn Sie z.B. in der Nähe eines Wanderwegs fotografieren möchten, ist es unwahrscheinlich, dass kurz nach Sonnenaufgang bereits Spaziergänger auftauchen.
Die Fotografie tagsüber in Städten oder an belebteren Plätzen, um Architektur einzubeziehen, ist immer problematisch. Es wird sicher schnell jemand die Polizei rufen. In den meisten Ländern Europas müssen Sie mit einer Anzeige rechnen. Wenn Sie auf die dumme Idee kommen sollten, in einem sehr religiös geprägten Land Aktfotografie im Freien zu betreiben, werden die Menschen und Behörden sicher deutlich rabiater mit Ihnen umgehen als in Mitteleuropa.
Natürliches Licht nutzen
Mit der Sonne kann man tagsüber eigentlich immer rechnen. Selbst wenn der Himmel voller Wolken hängt oder es neblig ist, ist es hell. Und selbst das trübe Licht eines Novembermorgens kann man dazu nutzen, Stimmungen zu transportieren.
Immerhin liefern moderne Digitalkameras auch bei höherer Empfindlichkeit (ISO) sehr rauscharmes Bildmaterial. Sie müssen also nicht unbedingt mit Blitzlicht arbeiten, um trotz geringer Helligkeit ansprechende Fotos machen zu können. Da die Lichtverhältnisse und das Wetter in unseren Breitengraden öfter zu wünschen übrig lassen, sollten Sie die Aktfotografie im Freien von vornherein sportlich nehmen und aus jeder Situation das Beste herausholen. An einem weißen Strand im Schatten von ein paar Palmen kann schließlich jeder tolle Bilder machen, oder?
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Ideale Tageszeiten
Wenn der Tag anbricht, sollten Sie schon mindestens eine halbe Stunde zuvor mit Ihrem Model vor Ort sein.
Denn gerade die Zeit kurz vor (und nach) dem Sonnenaufgang - die Blaue Stunde - liefert fantastisches Licht. Die Farbtemperatur ist hier noch relativ hoch (ca. 10.000 K, blaues Licht), wird dann aber schnell geringer (ca. 3.000 K, gelb-rotes Licht), sobald die Sonne aufgegangen ist. Steht die Sonne schon weiter über dem Horizont, pendelt sich die Farbtemperatur im Freien bei mehr oder weniger wolkenlosem Himmel bei ca. 5.500 K ein.
Fotografiert man tagsüber im Schatten, muss man mit etwas höherer Farbtemperatur und kühlerem Licht rechnen. Stellen Sie bei Fotos im Schatten den Weißabgleich der Kamera entsprechend ein, um einen möglichen blauen Farbstich auszugleichen.
Jahreszeiten
Viele Fotografen behaupten, der Herbst sei die beste Jahreszeit, um draußen zu fotografieren.
Für Landschaftsfotografen mag das zutreffen, da im Herbst das Licht sanft, die Schatten durch den niedrigeren Sonnenstand länger und die Farben leuchtend sind. Bezieht man die Landschaft in seine Aktbilder stark ein, kommen die tollen Farben und Lichtstimmungen des Herbstes den Aufnahmen ebenfalls zu Gute.
Aber auch die anderen Jahreszeiten haben in der Aktfotografie ihren Reiz. Sogar der Winter. Vorausgesetzt man findet ein Model, das sich auf ein Shooting bei 0° Celsius einlässt. Logisch, dass es im Winter besonderer Vorbereitungen bedarf und man darauf achten muss, dass sich das Model keine Frostbeulen holt. Im Frühling finden sich viele Landschaftsdetails, die man gut in die Aktfotografie einbinden kann.
Aufbrechende Knospen, letzte Schneeflecken, das erste Grün an den Bäumen - solche Motive sind sehr symbolhaft. Die Ausdruckskraft eines in Blüte stehenden Apfelbaums kann in Verbindung mit dem passenden Model und einer entsprechenden Inszenierung noch verstärkt werden. Der Sommer hat den großen Vorteil, dass man sehr früh mit dem Fotografieren beginnen kann. Ob Sie es schaffen, Ihr Model von den Vorzügen des sehr frühen Aufstehens zu überzeugen, sei mal dahingestellt.
Lichtführung bei Tageslicht
Mit Tageslicht kann man eine Menge anstellen.
Steht die Sonne im Rücken des Models und stellen Sie neben der Kamera einen Reflektor auf, entstehen tolle Gegenlichtaufnahmen mit hellem Hintergrund. In der Mode- oder Hochzeitsfotografie sieht man so etwas häufig. Fotografieren Sie Ihr Model unter einem Blätterdach, wird der Körper mit Lichtflecken und Schatten bedeckt.
Geht die Sonne gerade unter und bescheint das Model seitlich, werden Körperformen sehr plastisch ausgebildet. Diese wenigen Beispiele sollen zeigen, dass es lediglich auf Ihre Fantasie ankommt, was Sie aus dem Tageslicht machen. Wenn Sie neben der Kamera noch einen Faltreflektor dabeihaben, im Idealfall noch jemanden, der den Reflektor halten und nach Ihren Anweisungen ausrichten kann - umso besser. Versuchen Sie, jede Location aus verschiedenen Perspektiven zu erkunden, und entscheiden Sie dann, aus welcher Richtung das Licht kommen soll.
Tageslicht und Kunstlicht kombinieren
Eine beliebte Möglichkeit, ein wenig mehr Leuchtkraft in seine Bilder zu bekommen, besteht darin, Tageslicht mit Blitzlicht zu kombinieren.
Falls das Tageslicht diffus und wenig intensiv ist, bringt ein wenig frontales Blitzlicht mehr Sättigung in die Farben des Models und seiner Kleidung/Accessoires. Man kann hier einfach mit einem Aufsteckblitz arbeiten, dessen Leistung so eingestellt wird, dass er nur dezent aufhellt. Wichtig dabei ist, dass das Blitzlicht die Lichtstimmung so wenig wie möglich verändert und nicht z.B. harte Schlagschatten hinter dem Model entstehen.
Beim Blick in die Kamera erzeugt das frontale Blitzlicht Spitzlichter in den Augen, was das Model lebendiger werden lässt. Alternativ zum Aufsteckblitz kann man ebenso mit einem Blitzgerät arbeiten, dass ein wenig von der Kamera entfernt aufgestellt wird. Für Aufsteckblitzgeräte gibt es hier als Zubehör Blitzkabel, man kann das Blitzgerät dann mit der Hand halten und die Position des Blitzes so leicht variieren.
Die Luxusversion des Zusatzblitzgeräts wird an einen Generator angeschlossen, steht auf einem Stativ und hat eventuell sogar einen Lichtformer angesetzt. Solche mobilen Blitzanlagen bzw. -geräte sind jedoch erst sinnvoll, wenn Sie sie regelmäßig nutzen können. Denn die Anschaffung einer mobilen Blitzanlage kann ziemliche Löcher ins Portemonnaie reißen.
Problematisch kann bei der Kombination aus Tages- und Kunstlicht die Lichtfarbe sein.
Während das Licht von Standardblitzgeräten eine Farbtemperatur von ca. 6.000 K hat, kann das Tageslicht je nach Tageszeit, Wetterverhältnissen und Standort zwischen mehr als 10.000 und weniger als 2.500 K variieren. Gerade am Morgen und am Abend sowie in Schatten ist das Tageslicht anders gefärbt als das Licht eines Blitzgeräts.
Um die Farben wie gewünscht zu reproduzieren, sollten Sie den Weißabgleich ganz bewusst einsetzen. Alternativ dazu können Sie auch mit RAW-Dateien arbeiten, bei denen die Korrektur des Weißabgleichs in recht weitem Rahmen auch nach der Aufnahme noch möglich ist.
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Christian Haasz / Eva Ruhland
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