Aktfotografie: Tipps und Tricks im Studio
Posen und Bildbesprechung
Zu jedem guten Workshop gehört im Anschluss an die entstandenen Ergebnisse eine Bildbesprechung. Bildaufbauten, Posing, Technik und Ideen in der Aktfotografie sollen thematsiert und besprochen werden. Auch möglichen Gefahren bei erotischen Bilden müssen vor dem Veröffentlichen berücksichtigt werden...
Posen für den Einstieg
Für Arbeiten mit Amateuren gibt es Posen, die den Einstieg erleichtern, das Selbstbewusstsein bei der Betrachtung erster Ergebnisse sofort anheben und damit die weitere Fotosession positiv beeinflussen. Drei sollen hier vorgestellt werden.
Erhöht liegende Position
Eine Pose, die sich gut für den Einstieg eignet. Das Model muss dabei (noch) nicht ganz nackt sein. Diese Position funktioniert ebenso gut in Wäsche und Dessous, jedoch weniger als teilweise bekleideter Akt wie etwa in Jeans und leichtem, offenem Hemd. Der Aufbau sollte schon vor Beginn der Session stehen, um das Model nicht durch Wartezeiten zu verunsichern.
Aufbau
Ein einfacher, etwas niedriger Holztisch oder eine große Kiste in Kniehöhe genügt. Diese dekorieren Sie mit einem großen Tuch, das Sie weit nach vorne auslaufen lassen. Rechts davon stehthr Hauptlicht (große Softbox oder Windowlight), gegenüber genügt ein Aufheller, um die Beine dezent zu betonen. Der Hintergrund sollte dunkel gehalten werden (schwarzer Hintergrundkarton oder Tuch). Möglichst kein Licht auf den Hintergrund, also durch Abstand oder Schattierung des Hauptlichts dunkel halten.
Posing
Das Model weisen Sie an, sich auf den Rücken zu legen, Kopf in Richtung Licht. Der Kopf sollte überstreckt werden, also nicht auf dem Tisch aufl iegen. Diese Überstreckung erzielt den Effekt, den Körper durch die daraus folgende Dehnung des Oberkörpers schlanker wirken zu lassen. Achten Sie auch auf die Beine! Hier ist eine spannende Haltung sinnvoll. Nicht langweilig gerade gestreckt, sondern in unterschiedlicher Höhe angewinkelt.
Es empfiehlt sich, das hintere Bein höher aufzustellen als das vordere Bein. Nimmt das Model jetzt die Hände nach hinten zu den Haaren, ergibt sich automatisch eine angespannte Körperhaltung mit Hohlkreuz, wie sie in der Aktfotografie häufi g angewendet wird. Das Model
wirkt schlank, groß und langbeinig. Blenden Sie mit der Kamera ab, damit nur auf die hellen Konturen belichtet wird und der Hintergrund und das übergeworfene Tuch dunkel bleiben.
Variationen
Nach diesen ersten Aufnahmen können Sie um das Model herumgehen und weitere interessante Motive suchen. Achten Sie auf die Wirkung von Licht und Schatten. Dabei sind auch wirkungsvolle Bodyparts möglich. Wenn Sie näher an das Model herangehen, vergessen Sie nicht die goldene Regel: Sprechen Sie! Nicht durch plötzliche Nähe erschrecken, vorher ankündigen, dass Sie näher kommen.
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Gefahr
Diese Kombination aus Position und Lichteinfall betont stark die Rippen. Bei sehr schlanken Models kann es zu unerwünschten „Hungerfotos" kommen.
Gestreckt sitzende Positionen
Lassen Sie den bereits aufgestellten Tisch stehen. Weisen Sie das Model an, sich vorne rechts auf die äußerste Ecke des Tischs zu setzen. Jetzt wird es über die komplette Körpergröße durch das Windowlight seitlich beleuchtet. Nun können Sie einen weiteren Blitz dazuschalten, der auf der gegenüberliegenden Seite des Hauptlichts etwa ein bis zwei Meter hinter dem Tisch aufgestellt wird und von hinten oben auf das Model gerichtet ist. Dieses Licht soll die Haare und Konturen des Körpers betonen.

Posing
Gut geeignet für eine Darstellung des Körpers ohne unerwünschte Wellen und Falten. Das Model neigt sich nach hinten. Achten Sie darauf, dass es nicht die Arme an den Ellbogen einknickt, sondern in einem leichten Bogen anwinkelt. Eingeknickte Arme erscheinen unvorteilhaft und wirken an den Oberarmen überproportioniert dick.
Variationen
Lassen Sie das Model verschiedene Haltungen ausprobieren (Kopf zurückgelegt, Kopf zum Licht gedreht, Oberkörper gerade usw.) und achten Sie dabei immer darauf, wie sich Licht und Schatten dadurch auf dem Körper verändern. Sie können auch näher kommen und Detailaufnahmen machen.
Gefahr
Wie bereits angesprochen: Die abknickenden Arme müssen Sie vermeiden. Bei den Beinen sollten Sie darauf achten, dass das Model nicht
zu weit auf dem Tisch sitzt und die Oberschenkel dadurch platt aufl iegen (sieht unschön aus und macht Cellulitis sichtbar).
Angelehnt sitzende Positionen
Der Tisch bleibt immer noch stehen. Wieder schalten Sie einen weiteren Blitz hinzu, der auf der gegenüberliegenden Seite des Hauptlichts
etwa ein bis zwei Meter hinter dem Tisch aufgestellt und von hinten oben auf das Model gerichtet wird. Dieses Licht soll die Haare und Konturen des Körpers betonen. Die Lichtleistung sollte dem Hauptlicht gegenüber gleichwertig sein. Da dem Hauptlicht durch die Plexiglasscheibe viel verloren geht, reicht bei baugleichen 500-Watt-Blitzen eine 2/3-Leistung. Durch diese Beleuchtung werden Konturen von Armen, Beinen, Busen und Gesicht beleuchtet, der Bauch dagegen bleibt im Dunkeln.
Posing
Das Model setzt sich vor den Tisch und legt die Arme auf die Tischkante. Dadurch wird der Körper gestreckt, und das Model fi ndet Halt. Die Beine locker wie im Schneidersitz anordnen oder seitlich einschlagen, jedoch nie gerade nach vorne von sich strecken. Wenn Sie sich die negative Wirkung einer solchen Haltung nicht vorstellen können, probieren Sie es aus: Die Beine wirken in dieser Perspektive sehr verkürzt und säulenhaft stämmig.
Variationen
Dreht das Model den Kopf zum Hauptlicht, wird das Gesicht voll beleuchtet. Dreht sie den Kopf seitlich nach hinten zum Konturlicht, wird das Gesicht nur als Silhouette beleuchtet, was sehr reizvoll wirken kann. Arme können gestreckt oder angewinkelt werden und dabei locker über die Tischkante hängen.
Gefahr
Unvorteilhafte Abbildung der Beine, komplett geschwärztes Gesicht. Bei sehr kleinen Models kann diese Pose verkrampft wirken.
Freisteller vor schwarzem Hintergrund sind weitaus schwieriger, denn es genügt nicht, einfach ein Motiv auf eine schwarze Pappe zu legen.
Schwarze Pappe erfordert in der Regel viel Nacharbeit am Computer, weil die eher graue als wirklich schwarze Struktur der Pappe deutlich sichtbar ist.
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Stefan Weis
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