Grundlagen
Erotische Fotografie: Frauen
Es ist für den Einsteiger nicht leicht, eine Frau erotisch zu fotografieren. Zu schnell rutsch man von der Erotik in billig wirkende oder gar pornografische Bereiche ab. Hinzu kommt, das der Amateur zumeist nicht nur Fotograf, sondern auch Mann ist, weshalb es unter diesen speziellen Bedingungen durchaus auch einmal zu einer gewissen Nervosität kommen kann.
Viel leichter ist es da und Hürden abbauend, wenn zunächst spontan die Freundin etwa im Urlaub am Strand oder an einem Badesee liegend fotografiert wird. Erotik bedeutet ja nicht gleich nackt. Und gerade im Zusammenspiel mit Wasser ist da vieles möglich. Wird sofort ein Aktshooting geplant, ist bei aller Professionalität die Befangenheit zumeist zu hoch, um gutes Bildmaterial zu erstellen.

Vor der Aufnahme
Bereits vor dem ersten Foto muss der Fotograf sich einige Gedanken machen. Nicht zu jeder Tageszeit können überall erotische Fotos gemacht werden. In den Morgenstunden zwischen 6 Uhr und 10 Uhr wirkt zudem das Licht anders, als am Abend. Morgens ist das Licht für Aufnahmen kühler. Am späten Nachmittag hingegen wird das Licht eine wärmere Atmosphäre erzeugen.

Bei dem Styling sollte nach dem Motto „weniger ist mehr“ vorgegangen werden. So sollte das Model etwa nicht zu stark geschminkt sein. Im besten Fall nur die Augen und den Mund leicht betonen. Das sollte bereits reichen.
Auch der Ort für ein Shooting sollte sorgfältig ausgewählt werden. Das ist logisch, denn etwa ein erotisches Fotoshooting auf Mallorca am „Ballermann 6“ bringt sicher mehr Probleme, als etwa ein Shooting in einer einsamen Bucht. Sie müssen also Ihre Location gut kennen um zu wissen, ob zu der angedachten Uhrzeit genug Ruhe herrscht.
Das Ganzkörperfoto
Soll ein Ganzkörperfoto von dem Model geschossen werden, sind das Spiel mit dem Licht und Schatten sowie die Nähe zu dem Model besonders wichtig. Haben Sie also als Fotograf keine Angst davor, näher an das Model heran zu treten. Nutzen Sie ihr Zoom-Objektiv nicht vollständig aus. Eine Brennweite von 50mm bis 70mm reichen vollkommen. Im Gegensatz sollten Sie aber nicht unter 50mm fotografieren, da sonst der Körper verzerrt wirken kann.

Der Hintergrund sollte bei erotischen Fotos nicht das Bild dominieren. Das Model steht im Mittelpunkt, nicht etwas anderes. Der Körper als Kunstobjekt.

Mindestens genauso wichtig wie der Bildausschnitt, ist die Körperspannung vom Fotomodel. Neben stehenden Posen sollten Sie mit Ihrem Model weitere ausprobieren, wie etwa eine kniende Haltung. Hier zeigt ein Körper fast immer eine perfekte Spannung. Streckt das Model dann auch noch die Brust raus und macht das Kinn etwas nach oben, ist eine brauchbare Pose fast gefunden. Sie müssen nur noch darauf achten, das die Arme des Models „beschäftig“ sind und nicht einfach nur herunter baumeln oder langweilig liegen.

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Sind Sie an einem Strand, lassen Sie das Model mit den Händen etwas im Sand spielen. Verzichten Sie zudem darauf, von oben zu fotografieren. Seien Sie immer auf Augenhöhe mit dem Model oder fotografieren Sie leicht schräg von unten. In dieser Perspektive wirkt der Körper gestreckt und glamouröser.

Sollen die Haare des Models für das Foto auch noch nass sein, könnten Sie natürlich die Haare mit Wasser besprühen. Allerdings werden die Haare in der prallen Sonne sehr schnell wieder trocken. Um sich Arbeit zu ersparen, verwenden Sie anstatt Wasser lieber Sonnenöl. Trotz Hitze bleiben die Haare von dem Model strähnig.

Die Nahaufnahme
Nahaufnahmen von Körperbereichen sind auch ein beliebtes Motiv. Unter Fotografen wird dieses Genre mit Bodyparts bezeichnet. Auch als Amateur ist es nicht schwer, eine interessante und detailreiche Aufnahme zu machen.

Sicherlich kennen Sie Fotos, bei denen Wassertropfen auf einem Körper einen schönen Perleffekt ergeben. Diesen Perleffekt einzig nur mit Wasser hinzubekommen, ist allerdings schwieriger als Sie denken. Bevor Sie den Körper des Models mit Wasser besprühen, sollte sich das Model zunächst mit Baby-Öl oder etwas vergleichbaren einölen. Erst dann benetzen Sie den Körper mit Wasser. So sollten Sie einen schön anzusehenden Perleffekt kreieren können.
Steife Brustwarzen wirken auf Fotos optisch vorteilhafter als „weiche Brustwarzen“. Um die Brustwarzen steif werden zu lassen, helfen zumeist nur Eiswürfel oder eine gekühlte Getränke Dose (gleichzeitig ist das Model sicher dankbar dafür, etwas trinken zu können). Sie sollten allerdings immer auf das Hand anlegen verzichten. Die Entscheidung bei solch „heiklen Themen“ liegt natürlich beim Model. Übrigens: Da ein flacher Bauch bei solchen Fotos erwünscht ist, sollte am Abend vor dem Shooting auf ein zu großes Essen verzichtet werden. Also das Model, Sie als Fotograf können natürlich mächtig zulangen.
Vergessen Sie auch bei Nahaufnahmen nicht, dass eine Körperspannung vorhanden sein muss. Liegt das Model zum Beispiel im Sand, also auf dem Boden, bitten Sie das Model ein starkes Hohlkreuz zu machen. So kommt die Brust besonders gut zur Geltung.

Das Porträtfoto
Bei einem Porträtfoto ist der Blick besonders wichtig. Ob verträumt oder provokant, die Stimmung eines Bildes wird durch den Blick maßgeblich bestimmt. Ein Blick in die Ferne wirkt dabei verträumter als ein Blick direkt in das Objektiv. Um den Schärfepunkt richtig zu legen, sollten Sie das Auge, das der Kamera am nächsten ist, fokussieren.
Doch nicht nur der Blick ist für ein erotisches Foto entscheidend. Auch das „Drumherum“ sollten Sie nicht aus den Augen verlieren. Hat das Model die Lippen leicht geöffnet, wirkt dies meist erotischer als geschlossene Lippen. Eine frontale Pose wirkt hier meist statisch. Versuchen Sie das Model seitlicher zu fotografieren, etwa wenn das Model einen Blick über ihre Schulter macht.
Damit das Model auch bei grellem Sonnenschein nicht die Augen zusammen kneift, sollte das Model vor der Aufnahme ihre Augen geschlossen halten. Erst auf Signal des Fotografen hin, werden die Augen geöffnet und in die Kamera geblickt. Die Pupillen vom Model bleiben so zunächst geöffnet und der Ausdruck wirkt natürlicher.
Fazit: Experimentieren Sie viel, spielen Sie mit Accessoires und denken Sie auch an die Möglichkeit, ein Paar vor die Kamera zu locken, also ein Mann und eine Frau oder gar zwei Frauen oder zwei Männer, je nach kreativen Vorlieben. Die Umwandlung in eine Schwarz-Weiss-Aufnahme kann für mehr Seriösität sorgen.
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Jan Metzmacher
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