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High Definition Raw
HDR-Innenaufnahmen
Der Innenraum ist also die Domäne von auskorrigierten Ultraweitwinkeln - und guten HDR-Belichtungen. Prinzipiell können Sie mit etwas Sorgfalt mit allen Objektiven, die Brennweiten unter 35 mm Kleinbild anbieten, Innenräume fotografieren. Sie müssen dabei aber eventuelle Tonnenverzerrungen am Rand im Auge behalten.
Auftretende Probleme bei HDR-Innenaufnahmen
Ein Problem der Innenräume ist prinzipiell die Raumhöhe. Bei einer Raumhöhe von 250 cm oder darunter liegt die Mitte und damit die Objektivhöhe, die Boden und Decke in gleichem Verhältnis abbildet, bei knapp über einem Meter. Die Perspektive von da unten ist aber die eines Kindes. Sie liefert nur in den wenigsten Fällen den gewünschten Raumeindruck.
Wird die Kamera aber auf einer Augenhöhe von etwa 1,70 m platziert, ist die Zimmerdecke deutlich überbetont, der Raum wirkt drückend, die Decke zu niedrig.
Die Alternative ist, die Kamera zwar auf Augenhöhe zu setzen, aber dann nach unten zu schwenken. Genau dies wurde beim Bild der Gaststube gemacht - mit dem Effekt von wild stürzenden Linien.
Mit dem verwendeten 28-mm-Objektiv hält sich das noch in Grenzen, mit einem 14-mm- Weitwinkelobjektiv würde das Foto schon sehr „spacy" wirken. Aus diesem Grund werden bei professionellen Interieurs gern Shift-Objektive eingesetzt.
Bei Innenaufnahmen mit einem lichtstarken Weitwinkelobjektiv sollte man unbedingt auf die Schärfentiefe achten. Beim Bild der Gaststube wurde genau dies nicht gemacht und bei offener Blende auf die hintere Gaststubenecke scharf gestellt.
Der Effekt sind deutliche Unschärfen an der Decke und im Vordergrund. Dafür ist die Welt außerhalb der Gaststube knackscharf - umgekehrt wäre es besser gewesen.
Problematisch beim Bild des Speiseraums der toskanischen Villa ist vor allem das Mischlicht im Raum. Sowohl auf dem Tischtuch als auch in der Spiegelung auf dem Bild an der Wand kommt das bläuliche Tageslicht durch, während der Raum durch Glühlampenlicht erleuchtet ist.
Da bei gemappten Bildern oft die Sättigung erhöht wird, fällt das noch stärker auf. Bei der Vorbereitung der Belichtungsreihen sollte also bereits darauf geachtet werden. Entweder muss das Mischlicht kreativ in die Bildgestaltung einbezogen werden, oder es sollte komplett auf Kunstlicht verzichtet werden.
Durch eine entsprechende Auslegung der Belichtungsreihen können auch dunkle Ecken durchgezeichnet dargestellt werden. In diesem Fall konnten die stürzenden Linien vermieden werden, weil der Saal deutlich höher als ein normales Zimmer und die Decke zudem durch den Torbogen und die Linien an der Wand gut gegliedert ist.
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