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Aktfotografie: Grundlagen
Faszination Aktfotografie
Was macht die Faszination der Aktfotografie wohl aus? Außenstehende und in der Aktfotografie unerfahrene Fotografen denken häufig, es gäbe knisternde Erotik oder enthemmende Spannung zwischen Fotograf und Modell. Je mehr Erotik am Set, desto besser die Bilder. Weit gefehlt. Denn die Aktfotografie ist sowohl für das männliche oder weibliche Modell als auch für den Fotografen eine der anstrengendsten, kompliziertesten und vor allem anspruchsvollsten Aufgaben, denen man sich stellen kann.
Verwechseln Sie Akt nicht mit Soft- oder Hardcore . Die Pornografie wird zwar heute immer öfter von Künstlern als Projektionsfläche für ihre gesellschaftliche Auseinandersetzung verwendet - mit der klassischen Aktfotografie hat die explizite Darstellung des menschlichen Körpers bzw. der primären und sekundären Geschlechtsorgane nicht das Geringste zu tun. Auch wenn manche Fotografen sie mit dem Begriff Porn-Art verbrämen.
Warum fotografiert man nackte Körper?
Dem Menschen ist vermutlich nichts vertrauter als sein eigener Körper. Umso interessanter ist es, neue Perspektiven und Ausdrucksformen eines scheinbar bis ins Kleinste bekannten Motivs zu entdecken.
Wenn es der Künstler oder Aktfotograf schafft, etwas Überraschendes oder eine neue Sichtweise auf den menschlichen Körper zu zeigen, ist ihm große Aufmerksamkeit praktisch sicher. Beispiele gibt es genügend, von anerkannt seriösen, künstlerisch arbeitenden Fotografen über die Darstellungen in mehr oder weniger anspruchsvollen Magazinen wie dem Playboy bis zu fast schon pornografischen Aufnahmen eines Ed Fox .
Wer spannende Nackt-/Akt-Fotos macht und sich gut vermarktet, kann durchaus von seinem Schaffen leben - Sex sells.
Neben dem kommerziellen und künstlerischen Entdecken, Erforschen und Neu-Interpretieren studiert und fotografiert man nackte Körper aber auch ganz einfach, um den Blick für Gestaltung, Lichtführung und Details zu schulen. Nichts ist schwieriger als die spannende Umsetzung eines Aktmotivs.
Insofern wird die Aktfotografie die meisten Fotografen, die sich nicht gerade auf ein enges Themenfeld beschränken, von Anfang an begleiten.
Neben den genannten Gründen gibt es heute noch einen weiteren, warum sich viele Fotografen mit dem Thema nackte Haut beschäftigen. Wer seine Bilder im Rahmen von
Foto-Communities zeigt, erhält garantiert ungleich mehr Aufmerksamkeit und Feedback, als er mit einer hübschen Aufnahme eines Schmetterlings erzielen könnte.
Selbst die allerschlechtesten Aktfotos werden häufig angesehen, meist wohlwollend kommentiert und das führt dazu, dass der Besucherzähler und damit die vermeintliche Beliebtheit im sozialen Fotonetzwerk steigt.
Wer also Wert auf diesen zweifelhaften Ruhm legt, sollte so viele Aktaufnahmen wie möglich hochladen. Die Qualität ist - leider - meist zweitrangig.
Provokation: Nackte Haut in den Medien
Seit Helmut Newton und seiner oft fetischlastigen Modefotografie ist es völlig normal, dass in der Werbung nackte Haut provokant präsentiert wird, um Produkte zu bewerben.
Wohlgestaltete männliche und weibliche Körper, mehr oder weniger bekleidet, regen in unserer westlichen Welt niemanden mehr ernstlich auf. Die Hemmschwelle liegt mittlerweile so niedrig, dass selbst inszenierte Pornografie, z.B. für eine der letzten Singles der bekannten deutschen Band Rammstein, nur noch sehr kurz durch die Medien geht.
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