Fotografie Tipps und Tricks
Aus Lichtern werden Linien
Es gibt nichts Schöneres, als die Möglichkeiten der Kamera zu entdecken. Eine Langzeitbelichtung steht dabei ganz oben auf der Liste. Lichtstreifen bieten ein reizvolles Motiv.
Diese werden durch die Lichter von Fahrzeugen »produziert«. Für Fotoanfänger ist es die Gelegenheit, die Kamera besser zu verstehen. Sie werden gleich sehen, was mit Hilfe des manuellen Modus möglich wird. Experimentieren Sie mit wenig Licht und langer Belichtungszeit.
Experimente mit der Langzeitbelichtung
In den folgenden Absätzen werden Sie einige Beispiele solcher Aufnahmen sehen und praktische Tipps lesen, wobei die Ausrüstung, das generelle Prinzip und Einstellungen angesprochen werden.

Ausrüstung
Wie bei Nachtaufnahmen brauchen Sie keine besondere Kamera, um ansehnliche Fotos zu schießen. Es ist nur wichtig, dass Sie die Kontrolle über die Belichtungseinstellungen Ihrer Kamera haben. Sie müssen einstellen können, wie lange das Foto aufgenommen werden soll. Dazu nutzen Sie am besten den manuellen Modus Ihrer Kamera. Für den festen Stand Ihrer Kamera verwenden Sie im optimalen Fall ein Stativ. Bei einer Langzeitbelichtung kann jede Verwackelung zu einem unscharfen Bild führen. Mehr über die erforderliche Ausrüstung erfahren Sie im Beitrag Nachtaktiv.

Das Prinzip
Am Anfang steht die Suche nach einem geeigneten Ort, etwa eine Straße mit etwas Verkehr. Je nach gewünschtem Effekt sollte nicht nur ein einziges Auto während der Aufnahme durch das Foto fahren, sondern mehrere, damit der Effekt zur Geltung kommt. Die Kamera sollte sicher stehen, was natürlich auch bedeutet, dass Sie sich nicht in der Mitte einer mehrspurigen Straße positionieren. Wenn Sie die richtige Position gefunden und die Kamera korrekt eingestellt haben, können Sie den Auslöser betätigen, sobald einige Autos in Sicht sind, welche die Lichtstreifen erzeugen. Machen Sie jedenfalls mehrere Aufnahmen, denn die Anzahl der Fahrzeuge wird sicher variieren und somit verschiedene Effekte erzeugen.

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Vorbereitungen
Lichtstreifen zu fotografieren ist nicht schwer. Eine passende Straße zu finden, die auch befahren wird, ist einfacher als einen schönen Sonnenuntergang fest zu halten, es sei denn Sie wohnen etwas ländlicher. Achten Sie auf das Timing und den Bildausschnitt. Folgend einige Tipps, die Ihnen helfen werden, Ihre Aufnahme vorzubereiten. Zeitpunkt / Licht – Einige sagen, dass die »Mitte der Nacht« die beste Zeit ist, um solche Aufnahmen zu machen. Die Zeit während des Sonnenunterganges (kurz bevor die Sonne nicht mehr zu sehen ist und kurz danach), kann jedoch interessante Effekte auf dem Bild entstehen lassen. Sollten Sie in dieser Zeit fotografieren, nehmen Sie nicht nur das Licht der vorbeifahrenden Fahrzeuge auf, sondern auch das Licht, das sich noch in der Atomsphäre bricht. Dies kann einem Foto das gewisse Etwas verleihen.

Perspektive – Der Standpunkt der Kamera sowie der Bildausschnitt bilden die Perspektive. Hier ist der persönliche Geschmack gefragt. Die Perspektive für solche Aufnahmen, die mir persönlich gut gefällt, ist von oben herabschauend. Die Kamera sollte also höher positioniert werden, als ein normaler Mensch steht. Probieren Sie es aus. Eventuell ist die Froschperspektive noch interessanter. So oder so sorgt ein außergewöhnlicher Blickwinkel für das interessantere Foto. Location – das wichtigste – aber auch offensichtlichste – ist, dass Sie Ihre Kamera dort positionieren, wo viele Autos vorbei fahren. Allerdings ist das nicht das Einzige, worauf Sie achten sollten. Wählen Sie einen Ort, der die Aufnahme interessanter macht. Das könnten etwa besondere Gebäude sein, die an der Straße liegen oder aber auch große Kreuzungen, wo Lichtstreifen in verschiedene Richtungen entstehen. Auch ein Kreisverkehr könnte gute Ergebnisse bringen, wenn die Lichter der Fahrzeuge einen Lichtkreis erzeugen, so auch auf einer Verkehrsinsel. Aufbau – Die Regeln der Komposition von Fotos haben auch bei diesem Typ von Fotos ihre Gültigkeit. Fotos müssen einen bestimmten Punkt haben, der das Interesse des Betrachters auf sich zieht. Dieser »Hauptbereich« sollte etwa ein Drittel des Fotos ausmachen. Die Linien der Lichter sollen den Betrachter nicht ablenken, sondern die Bildaussage unterstreichen. Ruhige Bereiche können als Kontrast dienen.

Einstellungen
Blende und Verschlusszeit – Es gibt leider keine Standardeinstellung, die in jeder Situation funktioniert. Da an jedem Ort unterschiedliche Lichtverhältnisse gelten und auch die Geschwindigkeit der Fahrzeuge variiert gibt es keine explizite Kombination, die für die jeweilige Situation genutzt werden sollte. Hier kommt es auf das persönliche Gespür und Geschmack an, um die richtige Einstellung zu finden. Was ich Ihnen jedoch einen Richtwert nennen sollte: Eine Verschlusszeit zwischen 10 und 20 Sekunden (etwa die Zeit, in der Fahrzeuge durch das Bild fahren) und eine Blende im mittleren Bereich von etwa f/8 sorgt nach meiner Erfahrung für gute Bilder. Trotzdem ist es nötig, einige Probeaufnahmen zu machen, um zu sehen, welche Kombination das beste Ergebnis liefert. Sie werden schnell erkennen, ob Ihre Fotos unter- oder überbelichtet sind und somit entsprechend die Verschlusszeit anpassen. Sollte Ihre Aufnahme überbelichtet sein, schließen Sie die Blende weiter. Ist sie unterbelichtet, öffnen sie die Blende etwas. Behalten Sie allerdings im Hinterkopf, dass die Blende Auswirkungen auf die Tiefenschärfe Ihres Bildes hat. Histogramm – Kein Foto kann ohne Licht entstehen. Lichtquellen wird es zahlreiche geben, unabhängig davon, ob es sich um Scheinwerfer oder Straßenbeleuchtung handelt. Schnell können Lichter zu hell sein und somit das Auge des Betrachters weg von dem eigentlichen »Point of Interest« ziehen. Dies kann sehr schnell ein Bild ruinieren. Sie haben allerdings die Möglichkeit, mit Hilfe des Histogramms zu überprüfen, ob ein Bereich überbelichtet ist. Sie erkennen dies, wenn die Anzeige im rechten Bereich (also den Bereich für die Lichter im Bild) sehr hoch ist. Niedrige ISO-Zahl – Die recht niedrige ISO-Zahl können Sie unproblematisch durch eine längere Verschlusszeit kompensieren. Der Vorteil: So wird das Rauschen im Bild minimiert. RAW-Modus – Bietet Ihre Kamera die Option, Fotos im RAW-Format zu speichern, sollten Sie dies auch nutzen. So haben Sie später am PC mehr Kontrolle und Möglichkeiten, dass Bild entsprechend zu bearbeiten. Der Weißabgleich ist dann kein Problem, was wichtig ist, sofern Sie viele verschiedene Farben auf Ihrem Foto erhalten möchten. Manuell Fokussieren – Bei sehr wenig Licht fällt es der Kameras schwer, korrekt zu fokussieren. Vielleicht warten Sie schon einige Zeit auf den Moment für das perfekte Foto, Sie sehen einige Fahrzeuge kommen, aber die Kamera löst nicht aus, da diese erst komplett rein und raus fokussiert, um den richtigen Fokus zu ermitteln. Hat die Kamera korrekt fokussiert, sind alle Fahrzeuge vorbei gefahren und Sie werden sich sicher ärgern. Wählen Sie also an Ihrem Objektiv den manuellen Fokus.
Der richtige Zeitpunkt
Es gibt keinen richtigen oder falschen Moment, um den Auslöser zu drücken. Wenn Sie die Kamera auslösen, nachdem das Auto bereits im Bild ist oder die Aufnahme des Bildes bereits beendet ist bevor das Auto das Bild verlässt, können unterbrochene Linien entstehen. Ob dies nun gut oder schlecht ist, ist dem persönlichen Geschmack überlassen. Wie so oft in der Fotografie müssen Sie hier mit verschiedenen Verschlusszeiten experimentieren um zu sehen, welchen Effekt dies für die Aufnahme hat.
Bulb-Modus
Viele professionelle Kameras verfügen über den so genannten Bulb-Modus, der es Ihnen ermöglicht, den Verschluss der Kamera so lange offen zu lassen, wie Sie es wünschen. Das ist vorteilhaft für diese Art von Aufnahmen, denn Sie können die Verschlusszeit somit selbst präzise bestimmen.

Jan Metzmacher
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