Kameratechnik- Details und Zubehör
Kameratechnik der Olympus PEN
Fotografieren hat nicht nur mit künstlerischer Kreativität zu tun, sondern auch mit Optik. Die Chemie früherer Zeiten wurde durch Elektronik ersetzt, einfacher ist es damit aber nicht geworden. Im Gegenteil: Viele Entscheidungen, die einem früher Fotolabor und Filmhersteller abnahmen, muss nun auch der Fotoamateur selbst treffen.
FourThirds-Standard
FourThirds (FT) ist in Deutschland ein Markenname von Olympus. FourThirds ist aber auch ein Konsortium aus mehreren Herstellern, die Anwendungen für den FourThirds-Standard entwickeln: Olympus, Leica, Panasonic, Sigma, Fuji, Sanyo und Eastman Kodak.
Der Standard selbst schreibt eine Sensordiagonale von 21,63 mm vor.
FourThirds = 4/3 bedeutet also nicht, dass FT-Sensoren ein 4:3 Seitenverhältnis haben müssen, prinzipiell ist auch jedes andere Verhältnis möglich.
Trotzdem sind natürlich die Bereiche, in denen der Sensor empfindlich sein muss, standardisiert. Zudem schreibt der FT-Standard auch das Bajonett, den Abstand der Bajonettoberfläche zur Schärfeebene (Auflagemaß 38,85 mm), die Kommunikation zwischen Kamera und Objektiv sowie die Ansteuerung des Fokusmotors vor.
Micro FourThirds
Die Olympus E-P1 und E-P2 sind Vertreter eines neuen Abkömmlings dieses Standards: des Micro-FourThird-Standards (MFT). Dieser wurde am 5. August 2008 von Panasonic und Olympus vorgestellt. Die Erweiterung des alten FT-Standards betrifft vor allem das Bajonett, dessen Außendurchmesser von 60 mm (FT) auf 54 mm und dessen Auflagemaß auf 19,6 mm geschrumpft sind.
Zudem wurden zwei zusätzliche Kontakte spezifiziert, die für zukünftige Videoanwendungen gedacht sind. Gebräuchliche Abkürzungen für Micro FourThirds sind MFT sowie μFT.
Durch das verkleinerte Auflagemaß können nun über Adapter nahezu alle alten analogen Objektive angeschlossen werden, soweit sie über eine mechanische Möglichkeit verfügen, Fokus und Blende zu bedienen.
Für alle Objektive des FT-Standards gibt es zwei Adapter, den MMF-1 von Olympus und den baugleichen DMW-MA1 von Panasonic. Mit diesem Adapter funktionieren alle FTOptiken auch mit Autofokus an der E-P1 und E-P2, nicht jedoch an den Panasonic-Kameras der G-Serie (bis Januar 2010). Micro FourThirds ist ein sogenanntes EVILKonzept: Electronic Viewfinder, Interchangeable Lens (elektronischer Sucher, austauschbares Objektiv).
Dadurch kann auf den bisher nötigen Spiegel samt Spiegelkasten verzichtet und die Kamera wesentlich kompakter gebaut werden. Durch das verringerte Auflagemaß ist es auch möglich, Weitwinkelobjektive kleiner zu konstruieren - obwohl die Sensordiagonale identisch ist.
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Je länger die Brennweite ist, desto weniger Vorteile hat der verringerte Abstand zum Sensor. Das Panasonic 45-200 für MFT ist genauso groß wie das Sigma 55-200 mit gleicher Lichtstärke, das sogar für den Bildkreis der APS-C-Sensoren gerechnet ist.
Sensortechnologien
Wo bei analogen Kameras der Film saß, liegt bei digitalen Kameras der Sensor. Je nach Kamerasystem kann er die verschiedensten Abmessungen haben, von 4 x 6 Zentimeternbei digitalen Mittelformatkameras bis hinunter zu wenigen Quadratmillimetern in Handys. Es gibt mehrere Sensortechnologien: CCD, CMOS, NMOS, LiveMOS, Foveon etc. Für den Anwender wesentlicher Unterschied zwischen den verschiedenen Sensortechnologien: Viele CMOS-Sensoren haben mittlerweile eine „On-Chip-Entrauschung", sprich, die Daten, die im Bildprozessor ankommen, sind bereits vorbearbeitet.
Die Sensoren der PEN stammen von Panasonic und sind sogenannte LiveMOS-Sensoren.
Bayer-Pattern
Alle Sensoren von Bedeutung im Massenmarkt haben derzeit ein sogenanntes Bayer- Pattern - nach Bryce E. Bayer, der 1975 das Patent dafür einreichte.
Dieses besteht aus einem Raster aus jeweils zwei grünen, einem blauen und einem roten Pixel, deren Werte nach der Belichtung mathematisch so ausgewertet werden, dass für jedes einzelne Pixel eine Drei-Farben-Information resultiert. Oft wird deshalb behauptet, diewirkliche Auflösung der Kameras läge nicht etwa bei 10 Megapixeln, sondern gerade einmal bei 2,5.
Und nur der Foveon-Sensor, der diese Matrix nicht besitzt, hätte eine „echte" Auflösung. So einfach ist das aber nicht.
Der Bayer-Sensor besitzt nämlich tatsächlich die volle Auflösung - allerdings nur in Graustufen, die noch dazu jeweils durch den entsprechenden Farbfilter beeinflusst sind. Die Detailauflösung selbst ist jedoch da, es muss lediglich die Farbauflösung interpoliert werden.
Ein Beispiel für den Unterschied zwischen Farbauflösung und Helligkeitsauflösung: Wenn Sie in einem Text Überschriften in Orange sehen, können Sie das als Farbfehler betrachten, dennoch können Sie diese Überschriften lesen. Die Auflösung ist also da. Es gibt verschiedene Bayer-Algorithmen, die von unterschiedlichen Annahmen über den Bildinhalt ausgehen. So gibt es Algorithmen, die auf die Steigerung des Schärfeeindrucks durch Steigerung des Hell-dunkel-Kontrasts an Kanten abzielen, und andere, die vor allem auf Farbauflösung optimiert sind. Während Erstere Vorteile in der rein technischen Fotografie haben, sind natürliche Strukturen - Wiesen, Wald - die Domäne der zweiten Herangehensweise.

Ein ganz wesentliches Unterscheidungsmerkmal der Sensoren ist der Füllgrad des Chips, sprich, wie viel der Sensorfläche tatsächlich lichtempfindlich ist.
Panasonic ist es seit dem ersten LiveMOS-Sensor in der Olympus E-330 gelungen, den Füllgrad mit jedem neuen Sensor zu steigern.
Die von den Chipherstellern eingesetzten Mikrolinsen sind dabei nur ein Notbehelf, entscheidend ist, dass es gelingt, die effektive lichtempfindliche Fläche zu maximieren.
Panasonic hat dafür alles weggelassen, was an der Chipoberfläche Platz kostet.
Verdrahtungen und Steuerelektronik wurden minimiert, sodass der LiveMOS-Sensor mit 25 % weniger Transistoren auf dem Chip auskommt als vergleichbare CMOS-Sensoren.
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Reinhard Wagner
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